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Cabo Verde im Dezember 2009 – Drei Momentaufnahmen
Eindrücke von Sergio, einem ONE WORLD-Reiseleiter |
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15.01.2010 Bom dia, Fogo! Sechs Uhr morgens auf der Hochebene zu Füßen des großen Vulkans. Nach einem kräftigenden Frühstück bei Kerzenlicht starten wir zum Pico-Aufstieg. Der Himmel ist schwarzblau, die Sterne leuchten wunderschön in der klaren Luft der Chã das Caldeiras auf 1800 Meter Höhe. Die Bewanderteren unter uns sind mit Stirnlampen ausgerüstet, dazu gehöre ich (noch) nicht und laufe aufgereiht mit den anderen hinterher. Cicílio, unser Bergführer, braucht keine Lampe, er kennt jeden Stein und jedes Korn Lavasand mit Namen. Die erste Stunde ist die angenehmste: kühlere Luft, ein langsamer Anstieg, recht gemütlich, aufrechten Ganges. Ich weiß es noch nicht, und es ist besser so, aber weiter oben werde ich mühsam auf allen Vieren kriechen! Langsam geht die Sonne hinterm Vulkankegel auf und projiziert seinen symmetrischen Schatten auf die gegenüberliegende Wand der Bordeira. Die lang gezogenen Dörfer Portela und Bangaeira werden immer kleiner, der Weg immer beschwerlicher – Geröll auf hartem Vulkangestein. Trittsicherheit ist jetzt besonders gefragt, noch nie war ich so neidisch auf Bergziegen. Nach zweieinhalb Stunden, erwärmt von der Morgensonne, haben wir es endlich geschafft: wir sind am oberen Kraterrand und stoßen an mit einem Glas Passito-Wein aus der Caldeira auf die vollbrachte Leistung und genießen das atemberaubende Panorama.
Boa tarde, Santo Antão! Ich verbringe meine freien Tage zwischen zwei Einsätzen an der Nordküste in Ponta do Sol. Heute morgen hat mich Zezé auf meinem absoluten Lieblingspfad bis nach Formiguinhas und zurück begleitet. Landschaftlich kann man sich fast nichts Schöneres vorstellen: Du läufst auf einem gepflasterten Eselspfad, links ein grüner Gebirgszug mit Felsen in unterschiedlichen Farben und rechts der azurblaue Atlantik, dessen Brandung in schneeweißen Schaumkronen die dunkle Steilküste umspült. Nach dem ersten Anstieg öffnet sich der Blick nach links in eine tiefe Schlucht und mittendrin wie ein Adlerhorst der Weiler Fontainhas mit seinen malerischen bunten Häusern. Noch ein in jeder Hinsicht atemberaubender Anstieg und der dazu gehörige Abstieg und man kommt in Corvo an, wo der Gastwirt Manuel, dem eine falsch verabreichte Impfung das linke Bein lähmte, sich liebevoll um jeden Gast kümmert, der auf eine cerveja oder ein anderes Getränk vorbei spaziert. Nach der Rückkehr in Ponta do Sol verwöhnt uns Zezés Mutter Júlia mit einem köstlichen Fischeintopf mit Brochtfruchtstücken. Beim Essen erzählt uns Dona Júlia von ihren Jugenderlebnissen in São Tomé und Angola, wohin sie unaufgefordert als billige Arbeitskraft für Kaffeeplantagen exportiert wurde, und zieht genüsslich an ihrer Zigarre.
Boa noite, São Vicente! Zum zweiten Mal stehe ich vor dem Haus der Grande Dame der kapverdischen Musik, Cesária Évora. Seit ich mein Flugticket nach Cabo Verde in der Hand hielt, war mein großer Wunsch, sie in Mindelo zu treffen. Die Barfußdiva verbringt aber mehr Zeit im Ausland, auf Tournee und bei Aufnahmen, als in ihrer Heimat. Man muss ganz viel Glück haben, um sie zu Hause zu erwischen. Wenn ich meinen Informanten glauben kann – und auf diesen Inseln kennt jeder jeden und alle wissen, was die anderen machen – dann müsste Cesária seit gestern wieder da sein. Die Spannung wächst, als das Hausmädchen, eigentlich ein fünfzigjähriger hagerer Kerl mit blondierten Haaren und einschlägiger Uniform, in der Wohnung verschwindet und bald wieder auftaucht: Dona Cize geht es nicht sehr gut, sie lässt bitten, ob wir nicht freundlicherweise morgen nochmal kommen können. Es gibt aber leider kein morgen, am nächsten Tag muss ich mit meiner Gruppe ganz früh nach Praia weiterfliegen und werde so schnell nicht wieder in Mindelo sein. Tita, mit bürgerlichem Namen Aristides, versucht, mich bei einem pontche de coco zu trösten.
Reisetermine gesicherter Gruppenreisen im Februar und März 2010
Best of Cabo Verde 28.03. – 11.04.2010
Discover & Enjoy – Berge und viel Meer 20.03.-03.04.2010
Inseln des Südens 27.03.-10.04.2010
Santo Antão aktiv & familiär 06.02.-20.02.2010
Ausführliche Informationen zu diesen Reisen finden Sie unter folgenden Links:
Best Of Cabo Verde - 15 Tage moderate Wanderungen, Kultureinblicke auf den interessantesten Inseln hier
Discover & Enjoy - ein Mix aus Aktivitäten und Strand hier
Inseln des Südens - Intensive Reise auf die südlichen Inseln Santiago, Fogo und Brava mit Badetagen am Ende der Reise hier
Santo Antão aktiv & familiär - Wanderreise auf der landschaftlich spektakulärste Insel des Archipels hier
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