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Die Insel Santiago ist eine der facettenreichsten Inseln überhaupt. Sie war lange Zeit ein florierendes Zentrum für den Sklavenhandel. Auch deshalb gilt sie heute als das afrikanischste Eiland des Archipels. Santiago verfügt ebenso über einen internationalen Flughafen.
Die Hauptstadt Praia bietet viele interessante
Besichtigungsmöglichkeiten, wie z. B.
das hiesige Grog-Museum. Der „mercado“, die Markthalle, bietet das breiteste Angebot aller kapverdischen Inseln. Fangfrischer Fisch, Gemüse und Obst lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Santiago bietet jedoch noch weitere interessante Attraktionen wie die Festung „Real de São Filipe“, die im Jahr 1593 von den damals für 60 Jahre herrschenden Spaniern fertig gestellt wurde. Die Anlage sollte Angriffe, wie den des englischen Korsaren Francis Drake 1585, in Zukunft verhindern. Dieser war mit 25 Schiffen und ca. 1000 Mann über die Stadt hergefallen. Überhaupt waren Angriffe von Piraten im 16. und 17. Jahrhundert häufig, was zu einem nachlassenden Interesse der Kolonialmacht führte. Nachdem viele weiße Landbesitzer die Insel verlassen hatten, konnten die ersten Sklaven ins unzugängliche Hinterland fliehen und dort ein einfaches, freies Leben führen. Diese so genannten Badius waren zwar bei ihrer Ankunft getauft worden, praktizierten aber weiterhin alte afrikanische Traditionen. Erst der portugiesische Diktator Salazar schickte in den 1940er Jahren wieder weiße Missionare auf die Kapverden, um eventuelle Unabhängigkeitsgedanken im Keim zu ersticken und die Badius im Sinne der katholischen Kirche zu bekehren. Die Missionare bezeichneten die Badius kurzerhand als kommunistische Organisation und verbaten ihre Versammlungen. Damit erreichten sie allerdings nur, dass sich die Nachkommen der verschleppten Sklaven noch mehr zurückzogen und eine stark ablehnende Haltung gegenüber jeglicher Autorität entwickelten. Die Gemeinschaft der Rabelados, frei übersetzt „Widersetzer“, war geboren.
Noch heute leben diese streng gläubigen Menschen zurückgezogen in der Serra Malagueta. Sie lehnen Neuerungen wie Fernsehen oder Radio ab und wohnen in einfachen Stein- oder Lehmhütten mit Strohdächern. Freiheit und Unabhängigkeit sind ihre oberste Maxime, die Rabelados ernähren sich selbst und verweigern sogar meist medizinische Versorgung. Allerdings öffnet sich die Gemeinschaft in den letzten Jahren langsam, da vor allem die jungen Menschen ein modernes Leben bevorzugen. |
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